Landhausstil
Der Landhausstil ist keiner bestimmten Epoche zuzuordnen, vielmehr hat er schon einige Jahrzehnte überdauert und ist so unterschiedlich wie seine ländlichen Domizile. Zum Beispiel das Cottage in England, das Maison de campagne im Languedoc, das Chalet in den Alpen oder die Finca in Spanien. Der Landhausstil steht für Tradition und bleibende Werte.
Einige Merkmale haben alle Richtungen gemeinsam: die Verwendung natürlicher Materialien, die gute handwerkliche Verarbeitung der Einrichtungsgegenstände und die warmen Erdtöne. Gemütlichkeit steht im Vordergrund.
Leuchten im Landhausstil kennzeichnen ein warmes Licht (z.B. durch cremefarbene Gläser, indirekte Beleuchtung), ein florales Dekor und Materialen wie brüniertes Messing, Alt-Messing oder auch rostfarbenes Eisen. Weiche und geschungene Formen werden mit einfachen Grundformen kombiniert. Stilistisch findet der Landhausstil Vorbilder im Jugendstil, aber vorallem schöpft er aus dem häuslichen Leben der Landbevölkerung.

Jugendstil (1880–1910)
Deutsche (und skandinavische) Ausprägung des Art nouveau, deren Name sich von der 1896 von Georg Hirth in München gegründeten Zeitschrift Jugend ableitet. Von der Natur inspiriert streben Jugendstil-Vertreter wie August Endell, Richard Riemerschmied und Hermann Obrist nicht nur eine Reform der Kunst an, sondern vertreten auch die Rückkehr zum weniger kommerziellen, einfacheren Leben. Mehr als den anderen europäischen Vertretern des Art nouveau gelang es Jugendstil-Designern analog zur britischen Arts&Crafts-Bewegung, eine Brücke zwischen Kunst und industrieller Fertigung zu schlagen. In den Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst und den Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk gelang die Reform des Designs durch Standardisierung, was die Gründung des Deutschen Werkbunds anregte und späteren Entwicklungen deutschen Designs den Weg ebnete. (Otto Eckmann, August Endell, Hermann Obrist, Richard Riemerschmied)
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Art déco (1920-1939)
Internationaler Design- und vor allem Dekorationsstil, der sich in den 1920-er Jahren von Paris aus über die Welt verbreitete. Basierend auf Arbeiten der Wiener Werkstätte und den russischen Konstruktionisten löste Art deco den Art nouveau-Stil ab, dessen ahistorische Haltung nun einer Orientierung hin zu altägyptischen, afrikanischen bis hin zu populären und modernen Einflüssen Platz machte. Rückbesinnung auf handwerkliche Ideale und Verwendung hochwertiger Materialien waren oft unvereinbar mit industrieller Fertigung, weshalb der Art deco bald von fortschrittlicheren Designansetzen überholt werden sollte. In den 1930-er Jahren erlebte der Art déco mit Hilfe des Kunststoffs Bakelit eine Blüte in den USA (Chrysler Building): Inspirierte von der Ästhetik der Traumwelt Hollywood begannen große Hersteller en masse Bakelit-Radios und ähnliches im Art déco-Stil zu produzieren. (Edgar Brandt, Daum freres, Degue, Eileen Gray, Rene Lalique)
Artdeco-Leuchten in unserem Sortiment.

Das Bauhaus (1919-1933)
Staatliche Kunsthochschule in Weimar, Dessau und Berlin. Mit der Überzeugung, dass durch Anwendung des Funktionalismus eine bessere Gesellschaft entstehen könne, wurden Bauhaus-Designs für die Industrie-Produktion konzipiert und einer bewussten Maschinenästhetik unterworfen. So hatte das funktionelle Design des Bauhauses wesentlichen Einfluss auf das Industrie-Design des 20. Jahrhundert und bot der Moderne ein philosophisches Fundament. Bauhaus-Meister wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Laszlo Moholy-Nagy und Josef Albers trugen nach der Schließung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten ihre Ideen in alle Welt und sorgten dafür, dass das Bauhaus heute als eine der Design-Institutionen des 20. Jahrhunderts gilt. Nach dem II. Weltkrieg wurden Bauhaus-Ideen an der Hochschule für Gestaltung in Ulm wiederbelebt. (Marianne Brandt, Christian Dell, Kaiser & Co., Wilhelm Wagenfeld)
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Deutscher Werkbund (1907-1934)
Seit 1907 bestehende Vereinigung deutscher Designer, die als Bindeglied zwischen Jugendstil und Moderne und Vorläufer des Bauhauses gilt. Protagonisten des Deutschen Werkbundes versuchten, künstlerisch perfekt gestaltete Qualitätsprodukte mit industrieller Fertigung in großen Stückzahlen zu verbinden. Designer wie Richard Riemerschmid, Josef Maria Olbrich oder Peter Behrens wandten sich vom expressiven Jugendstil ab und einer formaleren, funktional ausgerichteten Designsprache zu. Der Werkbund förderte die Ideen aufkommender Architekten wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Le Corbusier und Henry van de Velde, die entscheidend zur Formensprache der Architektur des 20. Jahrhunderts beitrugen. Zudem hatte der Werkbund erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Industriedesigns. (Peter Behrens, Marcel Breuer, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe)
Art nouveau (Le Style Moderne, Modernismo, Style Liberty; 1880-1910)
Ahistorischer Dekorationsstil, der in den 1880-er Jahren aus der britischen Arts&Crafts-Bewegung, auch New Art genannt, hervorging. In den 1890-er Jahren führten u.a. Charles Rennie Mackintosh abstrakte und geschwungene Formen ins Design ein. Die sinnliche Linienführung und die gestreckten floralen Formen des Art nouveau spiegelten botanische Illustrationen und naturwissenschaftlichen Studien der Zeit wider und griffen nicht auf frühere Stile zurück, was den Art nouveau in rigoroser Ablehnung des Historismus zum ersten internationalen Stil der Moderne macht. Seine ornamentalen Motive passten jedoch nicht in die Maschinenästhetik des aufziehenden neuen Jahrhunderts, und so wurde der Art nouveau von der Vorliebe der Avantgarde für schlichte, geometrische Formen, die sich für die industrielle Fertigung besser eigneten, überholt. (Emile Galle, Rene Lalique, Louis Comfort Tiffany)
Modern Style (Moderne)
Der Ursprung der Moderne liegt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Designreformer wie William Morris und A.W.N. Pugin schlichte Nützlichkeit, moralische Verantwortung der Hersteller und die Idee propagierten, Design
könne und müsse der Reform der sozialen Verhältnisse dienen. Diese Vorstellungen führten in den aufkommenden Industrienationen zur Gründung von Gilden, Werkstätten und Hochschulen, die die maschinelle Fertigung akzeptierten und für ihre Zwecke nutzten, wie den deutschen Werkbund, De Stijl oder das Bauhaus. Funtionalismus und Standardisierung unter Weglassung überflüssigen Dekors führten zu höherer Produktivität bei geringerem Materialaufwand. Diese Sachlichkeit ist Leistung, aber auch Schwachstelle der Moderne; erst Alvar Aalto schuf mit dem Organischen Design Abhilfe, das der Moderne ein humanistischeres Antlitz gab. (Alvar Aalto, Charles & Ray Eames, Walter Gropius, Le Corbusier, Walter Dorwin Teague)
Arts & Crafts-Movement (1850-1914)
Lose Gruppe progressiver Architekten und Designer in Großbritannien. Abgestoßen von der Fülle überladener industriell gefertigter Güter ließen britische Designer gegen Ende des 19.Jahrhundert das traditionelle Kunsthandwerk durch die Herstellung schöner und nützlicher Dinge wieder aufleben. William Morris versuchte mit der Gründung von Morris & Co. (1861/1874) seine utopischen Ideen der moralischen Erlösung von Handwerker und Verbraucher in die Praxis umzusetzen. Designer der zweiten Phase wie Charles R. Ashbee versöhnten die Arts&Crafts-Bewegung mit der mechanisierten Produktion. Durch die dem Craft-Revival nahe stehenden Designer konnte sich der Stil im ganzen 20. Jahrhundert behaupten. Die gleichnamige Bewegung in den USA versuchte durch das Eintreten für traditionelle Formen einen Nationalstil hervorzubringen.
(William Arthur Smith Benson)
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